Von der Gründung bis zur Gegenwart

1938
Die Wurzeln des Vogelvereins lassen sich bis in das Jahr 1938 zurückführen. Schon damals beschäftigten sich 5 junge Männer aus Karlsdorf mit der Haltung und der Zucht von Vögeln. Erste Treffen der Gruppe beschränkten sich auf den Erfahrungsaustausch zur Haltung und Zucht von Kanarien- und heimischen Wildvögeln. Um den Gedanken der Vogelkunde weiter auszubauen, wurde innerhalb der Gemeinde Karlsdorf die Werbetrommel für dieses Vorhaben gerührt und nach Gleichgesinnten gesucht. Auch über die folgenden Kriegs- und Wiederaufbaujahre wurde das Projekt nie ganz vergessen.


1953

Am 17. Januar 1953 war es dann endlich soweit. Aus den ursprünglich 5 Idealisten waren 19 Personen geworden und der Gründung des „Vogelzucht- und Schutzverein Karlsdorf e.V.“ im Gasthaus Krone in Karlsdorf stand nichts mehr im Wege. Der neue Verein setzte nun alles daran, öffentlich in Erscheinung zu treten. Es wurden Kontakte zu Vereinen der Nachbargemeinden geknüpft, um Wissen und Erfahrungen abzugreifen, weiterzugeben und auszutauschen. Im Spätjahr 1953 wurde dann auch die erste Vogelausstellung in Karlsdorf durchgeführt. Dadurch wurde eine erste Einnahmequelle geschaffen. Für die Teilnahme an Ausstellungen mussten Käfige gebaut und die Artenvielfalt ständig erweitert werden.

Anfangs beschränkten sich die Ausstellungen innerhalb des Landkreises auf die Nebenzimmer verschiedener Gaststätten, später wurde zur Teilnahme an einem bundesweiten Wettbewerb die Turnhalle des Turnvereins in ein Vogelparadies verwandelt. Verschiedene Vogelarten in liebevoll gestalteten und dekorierten Käfigen und Landschaften waren zu bestaunen. Der dabei erhoffte Durchbruch auf Bundesebene blieb aus, weshalb die Vogelausstellungen auch nicht mehr durchgeführt wurden. Natürlich brauchte ein junger aufstrebender Verein auch ein Vereinsgelände und man machte sich zusammen mit der Gemeinde Karlsdorf auf die Suche.       Ursprünglich wurden, neben dem Erlenwald,  auch der Bereich beim Kieswerk „Neureuthe“, sowie nahe der Autobahn das heutige Industriegebiet „Ochsenstall“ in Betracht gezogen, um dort einen öffentlichen Park zu errichten.


1954
Es gelang der jungen Verwaltung  in Abstimmung mit der Gemeinde 1954 die Wildnis und Sumpflandschaft  „Erlenwald“  als „Vogelschutzgebiet“ anzusehen. 1956 wurde im Erlenwald eine Futterstelle eingerichtet, was erste Begehungen der Sumpflandschaft zuließ bzw. nötig machte. Es dauerte dennoch knapp ein Jahrzehnt, bis fest stand, dass dieses Vereinsgelände und somit die Schaffung des Vogelparks Erlenwald umgesetzt werden konnte. Im Bereich Erlenwald war also die neue Wirkungsstätte des Vereins in Abstimmung mit der Gemeinde, dem Jagdpächter und des Forstamtes gefunden.


1966
Am 15. Januar 1966 fand der historische Spatenstich im „Erlenwald“ statt. Die Wildnis musste „begehbar“ gemacht werden, Bäume wurden gefällt, Gestrüpp gerodet und etliches an Müll und Unrat entfernt. Ein Bagger ebnete das Gelände und im Herzen des Parks wurde der Ententeich ausgehoben. An anderer Stelle begann der Verein die Waldbestände aufzufrischen, und man führte Neupflanzungen durch. Im Februar 1966 wurde ein Schlechtwetterunterschlupf in Form einer Bauhütte erstellt. Das Vereinsschriftbuch beziffert den Kaufpreis auf ein Kiste Bier und eine Flasche Schnaps.


1967
In der nachfolgenden Zeit konnten weitere Fortschritte erzielt werden, 1967 wurde die Brücke über den Ententeich fertig und bereits 1968 wurde das „Erlenstüble“ in Form einer Holzbaracke aufgebaut, gerade rechzeitig zur Übergabe  des Vogelparks an die Bevölkerung durch den damaligen Bürgermeister Huber. Von 1969 bis 1971 wurde die Waldkapelle fertig gestellt, mit dem Zweck, zwei Nothelferfiguren aufzunehmen, welche dem Umbau der katholischen Kirche weichen mussten. Es folgten der Bau verschiedener Volieren und Gehege, der Flamingowiese, des Winterhauses und des Spielplatzes. Außerdem wurden alle Gehege und Gebäude an das Wassernetz angeschlossen. Stetig wuchs die Parkanlage, Unterstände und Volieren wurden gebaut und erhalten!


1991
Viel Arbeitsaufwand ist jährlich notwendig, um die Parkanlage zu unterhalten. So werden Zäune, Gehege und Volieren teilweise erneuert bzw. modernisiert. Auch der Spielplatz erhielt zum  25- jährigen  Parkjubiläum im Jahre 1991 einen Holzkletterturm und zahlreiche Kleingeräte. Heute befindet sich der Spielplatz übrigens unter der Obhut der Gemeinde Karlsdorf- Neuthard, welche auch für die Instandhaltung und Pflege zuständig ist.


1992
Am 21.07 1992 schien die jahrzehntelange Arbeit des Vereins  bedroht. Ein Sturm, oder wie die BNN damals schrieb ein „Tornado“, fegte über das Land. Dutzende belaubte Großbäume gaben dem Sturm nach und stürzten um. Gebäude, Gehege, Zaunanlagen und die Brücke am Teich wurden zerstört. Tiere kamen glücklicherweise nicht zu Schaden. Aufgrund der Beschädigungen mussten einige Volieren und Käfige abgerissen werden, da ein Wiederaufbau sich nicht lohnte. Nahezu alle Gehege erhielten einen neuen Zaun und die Dächer wurden repariert.


2004
Ende des alten Jahrtausends wurden die vier Volieren am Ententeich erweitert und jeweils ein Überwinterungsraum angebaut. Anfang 2004 wurde begonnen das Winterhaus komplett zu erneuern, vorab wurde der Innenbereich ausgebaut, im Anschluss daran wurden die ersten Außenvolieren angebaut.


2010
wurde die Kranichwiese neu anzulegt.  Aufgrund des frühen Wintereinbruches konnten die Arbeiten erst im Frühjahr 2011 fertiggestellt werden.


2011

wurden im hinteren Bereich des Winterhauses gegenüber vom Erlenstüble weitere drei Außenvolieren angebaut.